Vor- und Nachteile

Zu den wichtigsten Vorteilen der meisten Privatuniversitäten gehört sicherlich die erhöhte Qualität der Betreuung der Studenten. In der Regel ist die Zahl der Studenten pro Lehrkraft nämlich deutlich geringer als an staatlichen Einrichtungen und erlaubt so eine intensivere Betreuung der Studenten. Als Student einer Privatuniversität fällt es Ihnen so leichter einen persönlichen Ansprechpartner für Ihre Fragen zu finden. Auch die Verwaltung der privaten Hochschule und das Studiensekretariat sind häufig personell besser ausgestattet als ihre staatlichen Pendants und erlauben so längere Öffnungszeiten und einen generell besseren Service.

Insbesondere von Unternehmen, also Ihren späteren potentiellen Arbeitgebern als Absolvent, wird die starke Praxisorientierung der Privatuniversitäten geschätzt. Dies trifft vor allem auf die Absolventen von auf Wirtschaft und Management spezialisierten Fachhochschulen zu. Die Praxisorientierung während des Studiums zeigt sich beispielsweise in zahlreichen praktischen Projekten in Kooperation mit Unternehmen. Aber auch die Präsenz vieler Dozenten, die parallel zu ihrer Lehrtätigkeit auch erfolgreich in der Privatwirtschaft arbeiten, an Privatuniversitäten und Privathochschulen gibt ihnen als Student die Möglichkeit den Übergang vom Studium ins Berufsleben gut zu meistern.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings ebenfalls zu beachten. Kritiker der privaten Einrichtungen beklagen eine zu starke Ausrichtung der Lehre auf die Interessen der Arbeitgeber. Ihnen ist das Studium meist zu stromlinienförmig auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichtet und sie befürchten, dass die Behandlung der theoretischen Grundlagen während des Studiums zu kurz kommt. In der Tat sind beim Thema Forschung die privaten Universitäten meist nur im Mittelfeld der Rankings zu finden.
Falls Sie beispielsweise nach dem Studium in einem Forschungsinstitut arbeiten oder an einer Universität forschend tätig sein wollen, so bietet sich eher ein Studium an einer staatlichen Hochschule an.

Auch die anfallenden, meist sehr hohen, Studiengebühren sind natürlich ein gravierender Nachteil der privaten Hochschulen. Bei weitem nicht jeder potentielle Student verfügt hier über die notwendigen Mittel. In den allermeisten Fällen müssen Sie als Student oder aber Ihre Eltern ein Darlehen aufnehmen, das erst während der anschließenden Berufstätigkeit wieder zurück gezahlt werden kann. In Deutschland sind die Kinder aus Familien ohne akademischem Hintergrund leider grundsätzlich bei der Aufnahme eines Studiums in der Minderheit, an Privatuniversitäten dürfte ihre Zahl im Vergleich zu zu Kindern aus Akademiker-Haushalten auf Grund der erhöhten finanziellen Belastung eher noch geringer sein.